Rom
Die Basilika von St. Peter in Rom Jeremy Vandel

Der Petersdom

Die “Basilica di San Pietro” ist ein beeindruckendes Gebäude mit legendärer Historie. “Das Zentrum der Christenheit” und das, was sich im Inneren der imposanten Kirche verbirgt wird jährlich von bis zu 20.000 Touristen sowie Pilgern aus aller Welt besucht.

Der Petersdom ist die wohl imposanteste Kirche auf dieser Welt: Eindrucksvoll und reich an Schätzen ist sie nicht nur Pilgerstätte für die Gläubigen, sondern auch ein Schrein voller Kunstschätze, ein Musterstück barocker Baukunst sowie eine Ikone für die Stadt und den Vatikan.

Das Bauwerk wurde bereits im Jahr 1626 fertiggestellt und erstreckt sich über eine Fläche von über 15.000 m2. Der Petersdom, bietet bis zu 2000 Menschen Platz und zählt zu den wichtigsten und meist besuchtesten Heiligtümern der römisch-katholischen Kirche.

Dom und Petersplatz sind auch dafür bekannt, dass der Papst am 1. Weihnachtsfeiertag und jeden Ostersonntag seinen berühmten „Urbi et Orbi“ - Segen vom Balkon des Petersdoms gibt. Dafür versammelt sich jedes Mal eine riesige Menschenmenge auf dem Petersplatz.

Zur Geschichte des Petersdoms

Die Basilika ist 186 m lang, 123 m breit und 136 m hoch. Neben seinen beeindruckenden Dimensionen ist auch seine Geschichte und sein Baustil sehr interessant. Lies weiter!

Name und Ursprünge

Die Geschichte der Petersbasilika beginnt schon zu Zeiten des Oströmischen Reiches. Im Jahre 313 wurde die erste Kirche als Symbol der Christenheit erbaut, was in Folge der Unterzeichnung des Mailänder Edikts geschah.

Dies war eine Proklamation, die die religiöse Toleranz für das Christentum innerhalb des Römischen Reiches dauerhaft etablierte. Sie war das Ergebnis einer politischen Vereinbarung zwischen den römischen Kaisern Konstantin I. und Licinius. Zusätzlich beschloss Kaiser Konstantin I. im Jahr 334 den Bau einer Basilika auf dem Vatikanischen Hügel, in der Nähe der Stelle, an der Petrus (der Apostel, der als erster Papst gilt) gekreuzigt und begraben worden war.

Bis 1506 befand sich die Basilika Konstantins I., der von 306 bis 337 regierte, an der Stelle, an der der Petersdom ab 1506 gebaut wurde. Der Bau des heutigen Gebäudes begann unter der Leitung von Papst Julius II. und wurde 1626 von Papst Paul V. Donato Bramante vollendet. Das Grab des heiligen Peters befindet sich derzeit unter dem Hauptaltar, ebenso wie die Gräber vieler anderer Päpste, die in der Basilika begraben sind.

Neue Pläne für Konstantins Basilika

Natürlich war die von Konstantin erbaute Basilika Mitte des 15. Jahrhunderts in keinem wirklich guten Zustand mehr und daher veranlasste Papst Nikolaus V. im Jahre 1452 die Kirche zu restaurieren und zu erweitern. Als er 1455 verstarb, ruhten diese Arbeiten für gut 50 Jahre. Der frisch gekürte Papst Julius II. nahm die Restaurierung 1503 wieder auf - die Konstantins Basilika war inzwischen einsturzgefährdet.

Der norditalienische Architekt Donato Bramante wurde mit dem Neubau der Peterskirche beauftragt. Es war Julius II. Vision einen Prachtbau zu erschaffen. Wichtiger Teil davon sollte ein Monumentalgrab für sich selbst über dem Petrusgrab sein.

Donato Bramante: “Maestro Ruinante”

Bramante ließ die alte Kirche bis auf die Fassade abreißen, um Platz für Neues zu schaffen. Für viele Einwohner Roms glich das einem Skandal: das Langhaus von Alt-Sankt-Peter glich einer Ruine und trotzdem wurde dort täglich die heilige Messe gefeiert.

Der Baumeister wurde harsch kritisiert und sogar “Donato Bramante, Maestro Ruinante” (“Bramante, der zerstörerische Baumeister”), genannt. Nach seinem Tod 1514 ging der Bau nur sehr schleppend voran. Papst Leo X wählte den Maler Raffael als Nachfolger Bramantes, doch trotz sechsjähriger Planung konnte er kaum etwas von seinen Plänen umsetzen.

Faszination der Stilvielfalt

In seiner 120 jährigen Baugeschichte hat der Petersdom nicht nur viele Baumeister beschäftigt, sondern auch die prägenden Einflüsse von drei Stilepochen erlebt: Renaissance, Manierismus und Barock.

Obwohl es nie einen einheitlichen Bauplan gegeben und keiner der Baumeister jemals den Plänen seines Vorgängers getraut hat, strahlt der Petersdom trotzdem eine gewisse Einheitlichkeit im Stil aus. Das mag daran liegen, dass die Architektur Michelangelos wie eine strukturgebende Klammer für das Gesamtbild wirkt.

Die Baumeister

Zahlreiche Architekten, Künstler und Baumeister haben an der Basilika mitgearbeitet. Zu Bramantes Nachfolgern gehörten neben Raffael auch die Architekten Baldassare Peruzzi und Antonio da Sangallo. Sangallo baute sieben Jahre lang an einem begehbaren Holzmodell, das heute in der Fabbrica di San Pietro, in der Dombauhütte des Petersdoms, zu besichtigen ist.

1547 übernahm der 72-jährige Bildhauer und Baumeister Michelangelo Buonarotti die Bauleitung. Er war es, der die berühmte Kuppel konstruierte, die das Kirchengebäude bis heute unverwechselbar macht. Fast 30 Jahre nach dem Tod Michelangelos (1564) vollendete Giacomo della Porta die Kuppel im Jahre 1593.

Fertigstellung und Einweihung

Schon ab 1624 wirkte Gian Lorenzo Bernini an der Innengestaltung des Gotteshauses mit. Zu den wichtigsten Arbeiten des Vertreters des römischen Hochbarocks gehört der Bronzebaldachin über dem Hochaltar. Sein größtes Werk ist jedoch der Petersplatz mit seinen Kolonnaden, die den Platz seitlich einfassen.

1603 - 1629 arbeitete der Architekt Carlo Maderno am Petersdom und vollendete die Kirche sowie die Fassade, so dass sie im November 1626 von Papst Urban VIII. Barberini eingeweiht werden konnte.

Martin Luther und der Petersdom

Martin Luther war ein deutscher Theologe, der eine entscheidende Rolle bei der Reformation des Christentums spielte. Nachdem er zum Priester geweiht wurde und einige Zeit im Kloster verbracht hatte, beschloss er, eine Reise nach Rom zu machen.

Dort entdeckte er, dass seine Interpretation der Bibel mit bestimmten Praktiken der römisch-katholischen Kirche in Konflikt geriet. Zum Beispiel war er strikt gegen Ablassbriefe: Dokumente, die Gläubige kaufen konnten, um ihre Sünden vergeben zu bekommen.

In der Stadt entwickelte sich ein Ablasshandel, der viel Geld einbrachte, das u.a. für den Bau des Petersdoms in Rom verwendet wurde. Luther war dagegen und wollte etwas unternehmen. Daraufhin schrieb er die 95 Thesen, in denen er sich kritisch mit diesem Zustand auseinandersetzte.

Was sich im Inneren verbirgt

Die Basilika ist aus vielen Gründen weltweit bekannt. Hier findest du mehr Informationen über die vielen Kunstschätze aus der Vergangenheit, die berühmte Kuppel, die St. Peter Statue und die vielen Gräber bedeutender Päpste.

Kunstschätze der Vergangenheit

Der Petersdom ist nicht nur von außen ein imposantes Meisterwerk, auch in seinem Inneren verbergen sich wahre Kunstschätze. Es gibt gut 45 Altäre und 11 Kapellen sowie zahlreiche wertvolle Kunstwerke, zu denen Berninis Baldachin über dem Hochaltar, Werke von Arnolfo di Cambio und die Pietà di Michelangelo zählen.

Die Kirchenschiffe sind mit beeindruckenden Mosaiken und unzähligen Statuen geschmückt. An der Fassade erheben sich eindrucksvolle Statuen des Hl. Petrus und des Hl. Paulus, Jesu und Johannes des Täufers.

Außerdem verfügt die Petersbasilika über fünf große Portale: das Todesportal, das für Bestattungsriten genutzt wird, das Portal des Guten und des Bösen, das zentrale Portal, das auch Portal des Filarete genannt wird, das Portal der Sakramente und zuletzt die Heilige Pforte.

Die Kuppel

Die Kuppel des Petersdoms ist eine weitere sehr beliebte Sehenswürdigkeit des Vatikans und immer gut besucht. Falls du dich für den Aufstieg entschließt ist es daher ratsam, wenn du dich auf Wartezeiten (bis zu 1h) einrichtest.

Der Aufstieg ist äußerst empfehlenswert und lohnt sich nicht nur, um die massive Konstruktion der Kuppel zu bestaunen: sie wird von 4 großen Pilastern getragen auf denen sich 4 Rundbögen erheben und die über ein Gesamtgewicht von gut 14000 Tonnen verfügen.

Einen Teil des Aufstiegs kann man mit dem Fahrstuhl zurücklegen doch die letzten 320 Stufen, die einen zur Aussichtsplattform ganz oben auf der Kuppel führen, muss man mit purer Muskelkraft bewältigen. Der Aufstieg ist abenteuerlich und Teil der Besichtigung, denn man hat dabei wunderbaren Ausblick auf das Innere der Kuppel.

Die Aussicht über Rom, die man nach dem abenteuerlichen Aufstieg genießen kann ist atemberaubend schön, vor allem bei Sonnenuntergang.

Eintrittspreise für die Kuppel

Mit Nutzung des Fahrstuhls beträgt der Eintrittspreis 10 €. Entscheidet man sich fürs Treppensteigen kostet es nur 8 €. Es gibt keine Ermäßigungen. Alle Besucher müssen 10 € bzw. 8 € Eintritt zahlen. Es besteht die Möglichkeit, “Ohne Anstehen-Tickets” zu kaufen.

Wichtige Info: Der Eintritt muss bar bezahlt werden. Einige Touristen stehen 30 Minuten lang an und möchten dann mit Karte zahlen – das geht hier leider nicht.

Der heilige Petrus

Die Bronzestatue des heiligen Petrus zählt zu den bekanntesten und meistbesuchtesten Kunstwerken innerhalb des Petersdoms. Die Statue wurde um 1300 von Arnolfo di Cambio angefertigt.

Seit 1605 steht sie an ihrem heutigen Platz rechterhand des Mittelschiffs des gewaltigen Doms. Wenn man genauer hinschaut dann fällt auf, dass der rechte Fuß der Figur deutlich abgenutzt ist. Das hat damit zu tun, dass dessen Berührung Glück und Segen bringen soll.

Schon ein überlieferter Bericht aus dem Jahr 1450 erwähnt diese Tradition und so sind die deutlichen Zeichen der Abnutzung nicht verwunderlich: Der Fuß der Statue wird jährlich von rund 5 Millionen Pilgern und Touristen berührt. Für manchen Gläubigen ist es Grund genug nach Rom zu pilgern, nur um dieser Figur die Füße zu küssen.

Gräber bedeutender Päpste

Im Petersdom wurden zahlreiche Päpste beigesetzt. Viele der Gräber sind verloren, doch einige der Ruhestätten lassen sich auch heute noch identifizieren.

Insgesamt befinden sich in der Basilika 148 Gräber von verstorbenen Päpsten. Diese befinden sich unter dem Kirchenschiff in der Nähe der Krypta.

Das Grab des heiligen Petrus soll sich unter dem päpstlichen Hochaltar befinden. Und unter dem Altar der S. Sebastian-Kapelle, der zweiten Kapelle rechts im Petersdom befindet sich das Grab des im Jahr 2005 verstorbenen Papstes „Johannes Paul II“.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Nachfolgend findest du die Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Petersdoms.

Öffnungszeiten

  • Öffnungszeiten im Winter (Oktober bis März): jeden Tag von 7 Uhr bis 18 Uhr.
  • Öffnungszeiten im Sommer (April bis September): jeden Tag von 7 Uhr bis 19 Uhr

An den Tagen, an denen Papstaudienzen stattfinden (normalerweise mittwochs vormittags), kann der Petersdom vormittags nicht besichtigt werden.

Eintrittspreise für den Petersdom

Der Eintritt für den Petersdom ist für alle Pilger und Touristen kostenlos. Du musst nur bezahlen, wenn du nicht in der Schlange warten willst, wenn du die Kuppel besteigen willst oder an einer Führung teilnehmen willst.

Wichtige Tipps für deine Planung

An den Eingängen zu den Sehenswürdigkeiten im Vatikan kommt es oftmals zu langen Warteschlangen - besonders am Petersdom und an den Vatikanischen Museen. Falls du keine Lust auf Anstehen hast und diese Wartezeiten lieber vermeiden möchtest, sind Tickets empfehlenswert, mit denen du nicht anstehen muss.

Wenn du kein Ticket kaufen möchtest, ist es ratsam den Petersdom zu bestimmten Uhrzeiten oder auch Jahreszeiten zu besichtigen um große Besucherströme zu umgehen.

Beste Tageszeit

Da die meisten Touranbieter ihre Führungen früh morgens beginnen, ist der Petersdom vormittags in der Regel gut besucht. Geführte Besichtigungen dauern bis in den frühen Nachmittag hinein, so dass es ab 15 Uhr etwas leerer wird.

Es ist daher empfehlenswert, den Vatikan am Nachmittag zu besichtigen. Petersdom und Kuppel sind bis ca. 17-18 Uhr geöffnet und man hat daher auch ab 15 Uhr noch genügend Zeit um alles in Ruhe zu besichtigen.

Bester Wochentag

Um den Wochenend-Touristen aus dem Weg zu gehen ist es empfehlenswert den Petersdom und auch andere Sehenswürdigkeiten im Vatikan unter der Woche zu besuchen. Mit Ausnahme von Mittwoch Vormittagen (da finden die Papstaudienzen statt)ist der Vatikan die ganze Woche über zugänglich.

Beste Jahreszeit

Obwohl die Öffnungszeiten im Winter etwas kürzer sind, ist es empfehlenswert, den Vatikan in der Nebensaison zu besichtigen. Im Sommer sind die Touristenströme am größten, es kommen viel weniger Touristen Ende Herbst, im Winter und zu Beginn des Frühlings in die italienische Hauptstadt.

Da in Rom die Temperaturen das ganze Jahr über recht angenehm sind, lohnt es sich zu jeder Jahreszeit die Reichtümer dieser Stadt zu erforschen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Hier findest du alle Sehenswürdigkeiten, die sich in unmittelbarer Nähe des Petersdoms befinden im Überblick.

Petersplatz

Der Petersplatz ist das Zentrum der Vatikanstadt und ist vor allem durch den Papst bekannt, der hier zu Ostern und Weihnachten die Messe für Zehntausende von Menschen abhält.

Auf dem riesigen Platz von 240 Metern Breite und 340 Metern Länge liegen der Petersdom, die Vatikanischen Museen und die Papstpaläste. Auf dem Platz befinden sich auch zwei große Brunnen aus dem siebzehnten Jahrhundert und ein ägyptischer Obelisk (der ursprünglich Teil des Zirkus Maximus war).

Vatikanische Museen

Insgesamt umfassen die Musei Vaticani 26 verschiedene Museen, die alle miteinander verbunden sind und sich in den Apostolischen Palästen der Vatikanstadt befinden. Die enorme Sammlung von Kunstschätzen aus der römischen und ägyptischen Antike, religiöse Objekte, wunderschön bemalte Räume und sogar moderne Kunst machen das Museum zu einem der größten der Welt.

Während deines Besuch kannst du die berühmte Sixtinische Kapelle und die vielen Kunstschätze bewundern, die die Päpste seit dem 16. Jahrhundert hier gesammelt haben (verteilt auf 54 Räume).

Der Eingang zu den Museen ist nur 1 km vom Petersdom entfernt und kann leicht zu Fuß erreicht werden (12 Minuten).

Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle liegt direkt neben dem Petersdom, ist jedoch nur über die Vatikanischen Museen zugänglich. Sie ist besonders berühmt für ihre von Michelangelo gestalteten Fresken, wie zum Beispiel “Die Erschaffung Adams”. Sie ist außerdem der Ort, an der das Konklave abgehalten wird.

Wenn du die Vatikanischen Museen besuchst, kannst du auch einen Besuch der Sixtinischen Kapelle mit einplanen, denn praktischerweise gelten die Tickets für die Museen auch immer für die Sixtinische Kapelle. Einzeltickets für die Sixtinische Kapelle kann man nicht kaufen.

Vatikanische Gärten

Inmitten des Trubels von Kirchen, Kapellen und Museen befindet sich eine grüne Oase mit wunderschönen Gärten. Die 23 Hektar Natur, Architektur und Kunst bedecken den größten Teil des Vatikanischen Hügels.

In den Gärten ist eine Mischung aus italienischem, französischem und englischem Stil zu erkennen. Die italienischen Elemente sind formal und geometrisch und weisen Merkmale der Renaissance auf. Der französische Garten betont die klassische Barockkunst mit Statuen und Springbrunnen. Und der englische Garten weist Elemente wie Höhlen, Bäche, Tempel und Ruinen auf.

Der Eingang zu den Gärten liegt 20 Gehminuten vom Petersdom entfernt. Eine Führung muss im Voraus gebucht werden und ist in der Eintrittskarte für die Vatikanischen Museen inbegriffen.

Castel Sant’Angelo

Die am Tiberufer gelegene Castel Sant’Angelo ist eine weitere Sehenswürdigkeit, an der man in Rom nicht vorbeikommt.

Sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Die Burg war Grabmal, Zufluchtsort, Residenz, Schatzkammer, Gefängnis, Hinrichtungsstätte und Kaserne. Sie wurde ursprünglich als Mausoleum für Kaiser Hadrian errichtet und im Laufe der Zeit von Päpsten zur Kastelburg umgebaut.

Heute ist die Engelsburg ein Museum, welches sich in nur 700 Meter Entfernung vom Petersdom befindet (10 Minuten zu Fuß).